Diakonie

In vielen christlichen Organisationen und Kirchengemeinden in der Schweiz gibt es ein Ressort für die Diakonie, auch in der EFRA. Doch was verstehen wir unter diesem Begriff? Diakonie ist nicht eine Erfindung der heutigen christlichen Organisationen. Schon in der Bibel wird der Dienst am Nächsten, das diakonische Handeln oft erwähnt und beschrieben; erwähnt werden Gütergemeinschaft und die fürsorgende Unterstützung bedürftiger Gemeindemitglieder.

Paulus schliesslich bezeichnet die Diakonie – das gegenseitige Lastentragen – als Erfüllung des Gesetzes Christi (aus dem Galaterbrief, neues Testament der Bibel). Während zahlreiche diakonische Dienste, die in der Antike und im frühen Mittelalter von der Kirche getragen wurden (Gründung und Führung von Hospizien, Armenhäusern, Waisenheime) heute mehr und mehr vom Staat übernommen werden, muss vom biblischen Menschenbild her klar gesehen werden, dass die Kirche den diakonischen Auftrag niemals ganz an staatliche Institutionen abgeben kann. Damit würde sie sich dafür aussprechen, dass alles, was der Mensch zum Leben braucht, Obdach, Kleidung und Nahrung sei. Ein liebevolles Gegenüber, Würde und Sinn vermittelnde Nähe und tragende soziale Kontakte können notleidenden Menschen von professionellen, staatlichen Institutionen nur bedingt geboten werden. Deshalb verbindet man bis heute mit dem Begriff Diakonie auch den privaten, persönlichen Einsatz von ehrenamtlich tätigen Personen, die sich, oft in Verbindung und Zusammenarbeit mit einer Kirche, um Menschen kümmern die in einer gewissen Situation Hilfe und Unterstützung brauchen (Quelle Wikipedia).

Markus Müller, ehemaliger Chrischona-Direktor schreibt: Eine dienende Haltung ist eine Grundeinstellung und betrifft nicht nur eine Aktivität wo jemand dient, sondern zieht sich durchs ganze Leben eines Dieners.

Wie sieht diakonisches Handeln denn heute konkret aus? Ganz vieles geschieht im Stillen, wenn Menschen anderen Menschen helfen, dort wo Not vorhanden ist. Oft sind es praktische Einsätze, zum Beispiel Hilfe bei einem Umzug oder wenn jemand bei längerer Krankheit oder nach einem Unfall auf Unterstützung im Haushalt angewiesen ist.

Vor einiger Zeit brauchte eine Familie die Nachwuchs erwartete und auch sonst in einer turbulenten Situation mit vielen Veränderungen war, Unterstützung nach der Geburt des Kindes. Einige Frauen wechselten sich für die erste Zeit nach der Geburt ab und halfen im Haushalt, beim Kochen und Betreuung der grösseren Kinder mit.

In der heutigen Gesellschaft vereinsamen immer mehr Menschen. Diese freuen sich über einen Besuch und ein Gespräch. Die Besucherinnen und Besucher schenken diesen Menschen einen Moment ihrer Zeit und bringen etwas Abwechslung und Freude in die Einsamkeit.

So gäbe es noch viel mehr zu schreiben, von Menschen, die anderen Menschen auf ganz verschiedene Arten dienen/helfen/unterstützen, Zeit schenken.

Diakonie ist freiwillig, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Viele die Andere unterstützen, erleben, dass sie ebenfalls viel zurückbekommen. Kontakte werden geknüpft oder vertieft. Anderen Menschen durch Einsatz Freude zu bereiten, gibt Freude zurück.